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Geschichtliches
Die Missionierung des friesischen Landes geschah durch iroschottische- angelsächsische Mönche im 8. und 9. Jahrhundert. (Willibrord 657 bis 739 der "Apostel der Friesen", das Bistum Münster wurde 785 gegründet). Danach wird auch der erste Bau von Holzkirchen in Ostfriesland begonnen haben, von denen es in Eilsum keinen Nachweis gibt. Schriftliche Nachrichten über Eilsum erscheinen erst im 14. Jahrhundert im Pfarr-Register von Münster. Die Namen für Eilsum lauten dort "Ethilsum", dann "Edelsum" und hernach "Edelsheim", die Endung "sum" oder "um" bedeutete ursprünglich "heim". Dorf und Kirche liegen im Marschgebiet der Krummhörn auf einer von Menschenhand aufgeschütteten sechs bis sieben Meter hohen Warft. Der Deichbau begann erst um 1000 n. Chr. (Krummhörn = krummes Kap, Ecke, etwa zwischen Emden und Greetsiel gelegen.)
Häuptling Sibrand von Eilsum übte das Patronatsrecht über die Eilsumer Kirche aus, wie aus einem Brief des Häuptlings an den Bischof von Münster aus dem Jahre 1459 hervorgeht. Sie war St. Petrus geweiht.
Zur Reformation bekannte sich Eilsum im Jahr 1538. Es ist anzunehmen, daß schon zu dieser Zeit Altäre und Bildwerke, die an die "katholische Zeit" erinnerten, aus der Kirche entfernt wurden (z. B. der "St. Annen-Altar", der von Pfarrer Enno von 1492 bis 1500 errichtet wurde).
So empfängt sie, lieber Besucher, heute eine schlichte Kirche ohne Altar, ohne Kreuze und Bildwerke. In der Evangelisch-reformierten Kirche steht die Verkündigung des Wortes Gottes allein im Mittelpunkt des Gemeindelebens, und so brauchen wir nur die Kanzel für das Wort, den Tisch für das Abendmahl und das Taufbecken.
Quelle: http://speedy.et-inf.fho-emden.de/eilsum/eilsum/index.html
Evangelisch-reformierte Gemeinde Eilsum
Das Kirchenschiff ist um 1230 bis 1260 in Backsteinen ausgeführt und hat an den beiden Längsseiten eine zweiteilige Gliederung: in der unteren Zone flache, verschieden breite Blendbögen, in der oberen Zone 19 sehr viel plastischer hervorgehobene Rundbogenblenden, die von den Seiten her zur Mitte ansteigen.
Wir betreten die Kirche durch das mittlere nördliche Portal und stehen in einer "Saalkirche", welche im Langschiff aus vier quadratischen Jochen besteht. Dieser Raum ist vor dreißig Jahren aus Gründen der Heizkostenersparnis durch eine gläserne Wand vom Chorraum getrennt worden. Bedeutsam ist die Ausmalung in der Apsis des Chorraums, die man an den schwachen Resten zum Teil noch gut erkennen kann. Die Bildfolge entstand um 1230 bis 1240.
In der Mitte des Kirchenraumes an der Südwand steht inmitten der rundum gruppierten Kirchenbänke die große und prächtige Kanzel. Damit wird deutlich, daß es sich hier in Eilsum um eine reformierte Gemeinde ("Allein das Wort Gottes") handelt. Die Kanzel wurde von dem Groninger Bildhauer Casper Struiwig (getauft: 30. November 1698 in Groningen) angefertigt und von ihm mit dem Datum des Jahres 1738 (Zeit des Barock) versehen.
Ein ganz besonderes Kunstwerk der spätgotischen Zeit (15. Jahrhundert) stellt die Bronzetaufe dar, die heute in der Nähe der Kanzel steht. Ein Mitglied der Glockengießerfamilie Klinghe aus Bremen hat sie 1472 gegossen.
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